Bundesregierung ignoriert Folgekosten der Stromsperren

Rund 300.000 Haushalte sind jährlich von Stromsperren betroffen. Wird eine Stromsperre durchgeführt, müssen die Verbraucher*innen die Kosten für die Mahnung, Sperrbeauftragung und Versorgungswiederherstellung tragen. Ich habe nun die Bundesregierung gefragt, wie hoch die Folgekosten bei Stromsperren für die Verbraucher*innen sind und ob sie einen Reformbedarf sieht, um diese Kosten zu begrenzen. Die Antwort der Bundesregierung zeigt, dass sich die Folgekosten von Stromsperren zu einem ernsten Problem entwickeln. Die Kosten für die Sperre sowie die Entsperrung übersteigen oft die eigentliche Stromschuld. So drohen Verschuldungsspiralen und für die Betroffenen steigt die Gefahr, wiederholt von Stromsperren betroffen zu sein. Zudem ist es erschreckend, dass die Kosten im einen Fall wenige Euro, im anderen Fall mehrere Hundert Euro betragen. So variiert die Preisspanne für die Stromsperre und Versorgungswiederherstellung zwischen 2 und 225 Euro. Die Bundesregierung ist daher aufgefordert, den Wildwuchs bei den Sperrkosten zu beenden und für Netzbetreiber und Stromlieferanten klare Regelungen zur Deckelung der Kosten zu schaffen.

Insgesamt wurden 4,9 Mio. Sperrandrohungen und 1,1 Mio. Sperrbeauftragungen durchgeführt. Die Bundesregierung schaut der Entwicklung der Stromsperren und deren Folgekosten leider seit Jahren tatenlos zu.

Über die Antwort der Bundesregierung hat unter anderem die Rheinische Post berichtet: https://rp-online.de/wirtschaft/stromsperren-gegen-300000-haushalte_aid-49350535